| |
|

|
Das
Eigenmusikwesen, 2001, Musikpostkarten auf Kunststoffnetz,
250x100cm |
Zahlen,
Daten, Namen, manchmal Zeugen, immer die Bibliothek. Und
dazwischen nichts,
nur trügerische Fläche, auf der in immer größeren
Abständen ein Datum, ein Name, schwebt. Bojen in
dem, was wirklich ist und das man sich vorzustellen versucht,
sogar dann, wenn man sich in dieser Wirklichkeit bewegt.
Die Wirklichkeit: unkontrollierbare Elektrizität
im Schädel, ein Treiben auf tellurischen Strömen,
dieses kryptische Netz von Kanälen, auf denen, jeder
Einsicht entzogen, Simulationen gesponnen wurden, aus
Stoffen, deren Namen ebenso erfunden waren wie sie ihm,
der daraus bestand, letzthin unbekannt bleiben würden,
diese ganze gleißnerische Transaktion, die aus der
Wirklichkeit Versionen ohne Zahl schlägt, die reinste
Spekulation, ein letzter, nicht überbietbarer Wucher. |

O.T.,
2000, Digitaldruck, 70x100cm
|
| Work
in progress, 2000, Paravent (160x240cm), Ventilatoren
|
|
Immer
gibt es einen Anlaß, einen Impuls, aber Impuls und
Hypothese müssen einander durchaus nicht in einem
Verhältnis von eins zu eins entsprechen. In mehrfacher
Überschallgeschwindigkeit werden die Stationen passiert,
deren Charakter und Position einem sicher etwas mehr Aufschluß
über die Herkunft der Hypothese geben würden,
bekäme man diese Stationen nur zu Gesicht. Das ist
aber meistens nicht der Fall. Statt dessen steht man mit
einem Gesicht da, mit dem man nicht fotografiert werden
möchte, und greift sich an den Kopf: So könnte
es funktionieren!
Das könnte es sein, die Lage eines Pharaonengrabes
oder der Stadt Troja, das Raum-Zeit-Kontinuum, der Suppenwürfel,
was auch immer. Monatelang arbeitet man sich durch einen
Berg Fakten und vernünftiger Annahmen, und dann ist
sie plötzlich da, die hundertste Hypothese, die aus
der Reihe tanzt, und man wird fündig. |

Warsaw
dreaming, 2000,
Unikatdruck auf dem Kopfkissenbezug, 80x80cm
|
|
|
|